-Ein historischer Roman-
Angst ergreift die Besatzung des kleinen oldenburgischen Küstenseglers, als sie erkennt, dass es eine englische Fregatte ist, die ihnen die Zuflucht ins ostfriesische Wattenmeer versperrt.
Nur ein gewagtes Manöver verspricht Rettung, dabei drohen aber Strandung und Tod.
Auf zwei Zeitebenen nimmt der Leser generationenübergreifend am harten und beschwerlichen Schicksal einer Fischer- und Seemannsfamilie an der Nordseeküste teil. Einmal die Zeit Napoleons, die
Zeit des großen Weltkrieges zwischen Frankreich und England, in der die Familie in das Fadenkreuz von Geheimagenten und Geschäftemachern gerät.
In der Gegenwart muss Kapitän Hannes Helmers letztlich akzeptieren, dass er trotz dieser Menetekel aus der Vergangenheit an Land Fuß fassen muss. Zwar nimmt er sich fest vor, endlich Ruhe zu
finden, doch schon während sein Schiff in die Wesermündung einläuft, wird ihm klar, dass dies nicht gelingen wird. Das uralte Familienrätsel, das ihn schon einmal an den Rand des Abgrunds geführt
hatte, packt ihn umgehend und scheint ihm in Träumen und Bildern Botschaften aus der Vergangenheit zu senden.
Während er sich in seiner begradigten und modernisierten Heimat überhaupt nicht mehr zurechtfindet, taucht er immer tiefer ab in alte Chroniken und historische Zeugnisse, um eine Antwort auf die
mysteriöse Lücke in seinem Stammbaum zu finden. Dabei erfährt er, wie seine Familie kurz vor den Napoleonischen Kriegen Verbindungen zu einem Bremer Handelshaus knüpfte und dabei in ein Netz von
Kriegsfinanziers und Geheimdiensten geriet. Ein Netz, in dem – das muss er schon bald realisieren – auch er immer noch gefangen ist und in das er sich tiefer und tiefer verstrickt. Dabei bemerkt
er, dass Politik und Geldwesen noch immer nach den gleichen Regeln gespielt werden wie damals und dass der Verlust von Vermögen immer nur eine verschleierte, aber geplante Form des Raubes
ist.